
Die CDU-Ratsfraktion Goslar und der CDU-Stadtverband begrüßen die aktuelle Diskussion über zusätzliche Impulse für die Innenstadt in den Wintermonaten. „Jede ernsthafte Debatte über die Weiterentwicklung unserer Stadt ist wertvoll. Den konkreten Vorschlag eines „Wintermarktes“ betrachten wir jedoch sehr differenziert.“ führt Stadtverbandsvorsitzender Mario Hoffmeister aus. Aus CDU-Sicht braucht es realistische, wirtschaftlich tragfähige und von den Akteuren vor Ort mitgetragene Konzepte – keine politisch motivierten Aktionen.
Die Stadt ist kein Eventmanager, und auch die GMG sollte sich stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können: professionelles Standortmarketing, Profilbildung und die Unterstützung der lokalen Wirtschaft. Zusätzliche, wetterabhängige Veranstaltungsformate im Januar und Februar verursachen hohe Kosten, binden Personal und bergen erhebliche Risiken. Viele Standbetreiber sind nach fünf Wochen Weihnachtsmarkt verständlicherweise am Limit, und auch die Bevölkerung zeigt nach den Feiertagen eine gewisse Sättigung. Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, ob weitere städtisch initiierte Winter-Events als sinnvoll oder gar als verantwortbare Ausgabe wahrgenommen würden – zumal die Ausfinanzierung der Goslarer Marketing Gesellschaft (GMG) seitens des städtischen Haushalts politisch auch immer hinterfragt wird.
Gleichzeitig zeigt der Erfolg des „Ersten Freitag im Monat“ eindrucksvoll, wie viel Kraft in der Goslarer Unternehmerschaft steckt. „Dieses Format ist eine echte Bereicherung für das Wirtschaftsleben und hat das Potenzial, sich zu einem regionalen Magneten zu entwickeln – ähnlich wie der Bauernmarkt in Clausthal.“ zeigt sich Wirtschaftsfachmann Bengt Kreibohm begeistert. Solche Initiativen entstehen aus der Mitte der Wirtschaft, sind authentisch, flexibel und werden von denjenigen getragen, die täglich für ihre Kunden da sind. Genau hier sehen die CDUler die Zukunft: in Formaten, die organisch wachsen, statt künstlich verordnet werden.
Die CDU würde daher auf eine behutsame Weiterentwicklung bestehender Stärken setzen. Der Weihnachtsmarkt mit dem Wald ist längst eine Marke, die weit über Goslar hinausstrahlt. Diese Marke gilt es zu pflegen und gezielt zu verbessern – etwa durch attraktive Elemente wie jüngst das Riesenrad. Es sind solche Elemente und Ideen, die den Charakter der Innenstadt und seinem beliebten Weihnachtsmarkt stärken, ohne zusätzliche Dauerbelastungen zu erzeugen, findet die CDU.
Kritisch sieht die CDU zudem, „wenn auswärtige Standbetreiber heimischen Gastronomiebetrieben direkt vor die Nase gesetzt werden.“ ergänzt Eventveranstalter und CDU-Ratsherr Maik Jankowsky und verweist auf entsprechende Aussagen ihm gegenüber. In Zeiten des Personalmangels können viele Betriebe ihrem Team keine zusätzliche Doppelbelastung über mehrere Monate zumuten. Goslars Ziel muss es sein, die lokale Wirtschaft zu stärken, nicht sie durch zusätzliche Konkurrenz zu schwächen.
Darüber hinaus wünscht sich die CDU eine bessere Einbindung der Ortsteile. Hahnenklee verfügt über etablierte Veranstaltungsformate und eine starke touristische Ausrichtung, die in die Gesamtstrategie einbezogen werden sollten, wie aktuell das Winterfest. Auch Vienenburg könnte von neuen Impulsen profitieren. Denkbar wäre, erfolgreiche Konzepte wie den „Ersten Freitag im Monat“ in angepasster Form auch dort zu etablieren, um die gesamte Stadt zu beleben und nicht nur den Kernbereich.
Die CDU setzt auf Realismus, Wirtschaftsnähe und Kooperation. „Wir unterstützen Ideen, die aus der Mitte der Stadtgesellschaft entstehen, und reichen dafür gerne die Hand.“ meint Mario Hoffmeister und weiter: „Goslar braucht keine Eventpolitik, sondern tragfähige Konzepte, die wirken, bezahlbar sind und unsere Innenstadt langfristig stärken.“
Freundliche Grüße
Mario Hoffmeister, Bengt Kreibohm, Maik Jankowsky
1. finde ich es gut die Diskussion jetzt zu führen
2. sollte sie aus dem Wahlkampf rausgehalten werden! Danke
3. plädiere ich seit vielen Jahren für einen wie auch immer gearteten Wintermarkt im Anschluss an den Weihnachtsmarkt. Dazu gibt es konkrete Kozeptideen, die ich gern persönlich vortrage.
4. wer bin ich Maik zu widersprechen? (Herrn Hoffmeister schon eher und oft! 🙂 ) Ich schätze seine Erfahrung und Nähe zum „Markt“. dennoch liegt er m.E. einesteils falsch in der Beurteilung der Chancen, anderenteils halte ich es für riskant „Einheimische Gastronomen“ gegen „auswärtige Beschicker“ auszuspielen. Goslarer sind schließlich in der ganzen Welt aktiv und möchten dort auch nicht „so“ behandelt werden.
5. Wir alle möchten die Innenstadt attraktiver machen. Hier ist eine konkrete Möglichkeit! Der gesamte Nordharz und das gesamte nördliche Harzumland sind die Einzugsgebiete für spontane Besuche. Der GMGmbH traue ich zu den Markt auch überregional zu vermarkten mit Bussen, Wochen- und Wochenendurlauben.
6. Auch Herrn Kreibohms Einwandt verstehe ich gut! Aber niemand sagt ja, dass sich nicht einheimische Gewerbetreibende am Wintermarkt beteiligen sollen! Im Gegenteil: Gerade jetzt, im Februar, können wir doch die „ruhige Zeit“ (Kommentar Sebastian Sowa, GZ) nutzen, um ein für alle stimmiges Konzept zu erarbeiten. Wann, wenn nicht jetzt! Nur so nebenbei: Das ist keine Idee der SPD, sondern sie kommt aus den Reihen der Profis, der Beschicker – und auch von mir!
7. Ja, die Ortsteile. Völlig richtig darauf hinzuweisen. In Jürgenohl kümmern sich gleich zwei Gruppierungen um ein Eventgeschehen, in anderen Ortsteilen weniger bis niemand. Ohne ehrenamtliches Engagement geht da wohl nichts. Eine „Eventpauschale“ für solche Vereine könnte die CDU z.B. fordern…
8. „Goslar braucht keine Eventpolitik, sondern tragfähige Konzepte, die wirken, bezahlbar sind und unsere Innenstadt langfristig stärken.“ da stimme ich Herrn Hoffmeister mal uneingeschränkt zu!
Kommen wir ins Gespräch?