
Rede zur Situation der Goslarer Marketing Gesellschaft (GMG)
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Historie der Goslarer Marketing Gesellschaft ist uns allen bekannt. Die GMG wurde bewusst gegründet – mit privater und städtischer Beteiligung. Sie ist damit unsere Gesellschaft. Und genau daraus erwächst unsere Verantwortung: die Verantwortung, sie zu unterstützen, aber auch die Verantwortung, auf Entwicklungen und Veränderungen zu reagieren.
Die GMG ist keine Verwaltungsorganisation. Sie ist eine privatwirtschaftliche Gesellschaft. Und in einer solchen Struktur spielen betriebswirtschaftliche Themen eine zentrale Rolle: Output, Eigenkapitalquote, Aufwand, Kosten, Umsatz und Ertrag. Wenn wir die letzten Jahre betrachten, dann sehen wir, dass das Verhältnis von Umsatz und Kosten in eine deutliche Schieflage geraten ist. Die Gesellschaft hat zunehmend mit dauerhaften Verlustabdeckungen zu kämpfen. Und ja – das bereitet uns eine gewisse Sorge.
Man kann diesen Verlustabgleich selbstverständlich begründen, erklären oder rechtfertigen. Man kann ihn tolerieren oder auch wegsehen. Aber man kann – und man muss – auch die Frage stellen: Wie lange und in welcher Höhe wollen wir diese Verluste eigentlich in Zukunft tragen? Und wie lange und bis zu welcher Höhe können wir sie überhaupt tragen?
Meine Fraktion, die CDU, möchte die stetig wachsenden Zuschüsse deshalb zumindest hinterfragen und geprüft wissen. Nicht, um Kritik an der Gesellschaft zu üben. Nicht, um die Arbeit der GMG infrage zu stellen. Und schon gar nicht, um die Mitarbeitenden zu kritisieren. Im Gegenteil: Unsere Sorge dient dem Schutz der Gesellschaft und der Unterstützung der GMG. Es ist legitim und notwendig, sich mit dieser Entwicklung zu befassen und Möglichkeiten zu diskutieren, wie wir die Gesellschaft stabilisieren können.
Diese Diskussion gehört allerdings nicht auf die Rathausdiele. Sie gehört in die Gesellschaft selbst. Eine Strategiekonferenz mit den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat ist bereits anberaumt. Wir begrüßen diesen Prozess ausdrücklich. Und wir werden ihn politisch begleiten und unterstützen.
Vielen Dank.
Ralph Bogisch, Ratsherr, Mitglied des Aufsichtsrates in der GMG