Die jüngsten Nachrichten zur Wohnraumentwicklung in unseren Nachbarkommunen sollte Goslar wachrütteln. Die CDU Goslar fordert weiter ein entschlossenes Vorgehen in der städtischen Wohnraumpolitik und warnt davor, dass die Stadt beim Thema Wohnraum wieder zurückfällt, wenn nicht kontinuierlich gehandelt wird. Während umliegende Kommunen wie Schladen neue Baugebiete entwickeln und damit Angebote schaffen, bleiben in Goslar zentrale Projekte seit Jahren liegen. In Jerstedt und Immenrode seien Erwartungen geweckt worden, ohne dass bis heute sichtbare Schritte erfolgt seien. Die CDU betont, dass die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin vorhanden ist, von jungen Familien bis Senioren. „Wir dürfen nicht riskieren, dass diese Interessenten mangels verfügbarer Flächen in Nachbarkommunen abwandern.“ führt Fraktionschef Norbert Schecke aus.

Die Christdemokraten erinnern daran, dass Goslar bereits gezeigt hat, wie erfolgreiche Siedlungsentwicklung aussehen kann. In den Legislaturperioden 2011-2021 sind unter CDU-Beteiligung mutige Projekte angestoßen worden, die zunächst auf Skepsis gestoßen seien, am Ende auch Zweifler überzeugt haben. Der Fliegerhorst sei das beste Beispiel dafür, dass Wohnraum in Goslar stark nachgefragt wurde und weiterhin wird. Die Entwicklung sei so erfolgreich gewesen, dass ursprünglich geplante Gewerbeflächen später in Wohnbauflächen umgewandelt werden mussten. „Auch wenn ausgeführt wird, dass sich hieraus keine Steigerung der Einwohnerzahl ergibt, müssen hier Angebote vorgehalten werden, um ein weiteres Sinken zu vermeiden.“ ergänzt CDU-Geschäftsführer und Finanzausschussvorsitzender Dr. Pascal Bothe.

Besonders kritisch sieht die CDU aktuell den Vergleich mit Schladen. Dort werde mit dem neuen Baugebiet Harzblick trotz schwieriger Baukonjunktur langfristig geplant und entwickelt.  Während Schladen handele, trete Goslar auf der Stelle. Schecke selbst verweist auf Nachfragen in seine Richtung aus Jerstedt und Hahndorf, Mitglieder seiner Fraktion zudem auf die Vienenburger Ortsteile.

Selbstverständlich hat die CDU den Wohnflächenbericht 2026 zur Kenntnis genommen. Doch dieser Bericht dürfe kein Freifahrtschein sein, weitere Entwicklungen in sämtlichen Wohnformen zögerlich anzugehen. Auch wenn große Neubaugebiete den stärksten Einfluss auf die Einwohnerentwicklung haben, dürften gerade die kleineren Gebiete nicht falsch interpretiert werden. Sie seien entscheidend dafür, dass Infrastruktur in dörflichen Einheiten gesichert werde, junge Familien in ihren Heimatorten bleiben könnten und dörfliche Strukturen stabil blieben. Der Bericht bestätige zudem, dass gerade für Senioren kleinere, barrierearme Wohnungen nachgefragt werden und auch Singlehaushalte weiter zunehmen. Genau hier entstünden wichtige Synergien: Wenn ältere Menschen in passende Wohnungen umziehen könnten, würden Ein- und Zweifamilienhäuser frei, die wiederum Familien dringend benötigen.

„Und genau aus so einem wohldosierten Prozess kann ein guter Mix entstehen.“ ist sich Schecke sicher.

Die CDU weist außerdem darauf hin, dass der Wohnflächenbericht ausdrücklich den Ankauf von Flächen empfiehlt, um eine strategische Vorratshaltung aufzubauen. Für die CDU ist dies kein unverbindlicher Hinweis, sondern eine klare Verpflichtung. Wer keine Flächen sichere, könne auch keine Wohnangebote schaffen. Die Erfolge der vergangenen Jahre seien nur möglich gewesen, weil Entwicklung möglich und zugelassen wurde. Die aktuellen Aktivitäten in den Nachbarkommunen wie Schladen, Langelsheim, Bad Harzburg und Seesen belegen dieses weiterhin, während Goslar wertvolle Zeit verliere.

Im aktuellen Wahlprogramm der CDU ist klar formuliert, dass Goslar auch in Zeiten sinkender Einwohnerzahlen attraktive Angebote für alle Wohnformen schaffen müsse. Die Stadt solle für alle Generationen ein attraktiver Wohnort bleiben. Dazu brauche es sowohl Sanierungsgebiete im Bestand als auch neue Wohnbaugebiete. Die CDU wird dieses weiter deutlich ansprechen. Neue Entwicklungen dürften jedoch nicht planlos geschehen. Wer baue, müsse Infrastruktur mitdenken. Wer Flächen entwickle, müsse Verkehr, Betreuung, Versorgung und Lebensqualität berücksichtigen. „Wir müssen unsere Stadt vom Altbestand auch ins Moderne überführen.“ meint Bothe, „damit wir interessant bleiben.“

Die CDU fordert die Stadtverwaltung und die Mehrheitsfraktionen daher auf, die Wohnraumentwicklung wieder aktiv voranzutreiben, Planungsprozesse zu beschleunigen und die Bürgerinnen und Bürger transparent zu informieren. Goslar brauche eine mutige, zukunftsorientierte Entwicklungspolitik, um nicht weiter Chancen zu verlieren und um für alle Generationen ein attraktiver Wohnort zu bleiben und wichtige Infrastruktur zu erhalten.

Ein stetiges Klagen über sinkende Einwohnerzahlen und ein Hinweisen auf eine stark alternde Bevölkerung kann nicht hilfreich sein, „wir müssen ihr klar entgegentreten, nicht nur in der Stadt, auch im Landkreis. Jammern hilft nicht.“ meinen Schecke und Bothe abschließend.

Norbert Schecke, Dr. Pascal Bothe

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